Warum Kundendaten das Sprachmodell nicht im Klartext erreichen dürfen
Ein KI-Assistent braucht Kontext, aber keine Namen. Wie Maskierung funktioniert — und warum sie kein Schalter ist, den man vergessen kann.
Das Problem
Ein Sprachmodell antwortet gut, wenn es den Zusammenhang kennt: Welcher Termin, welches Anliegen, welche Vorgeschichte. Der naheliegende Weg ist, ihm einfach alles zu geben — Name, Adresse, Telefonnummer, Kontrollschild. Genau das ist der Fehler. Was das Haus verlässt, ist nicht mehr unter Ihrer Kontrolle, und das Datenschutzgesetz verlangt, dass nur weitergegeben wird, was für den Zweck nötig ist.
Wie Maskierung funktioniert
Bevor ein Text zum Modell geht, werden Personendaten durch Platzhalter ersetzt: aus «Frau Meier, Bahnhofstrasse 12, 079 …» wird «Kunde-1, Adresse-1, Telefon-1». Das Modell arbeitet mit den Platzhaltern — es kann Termine planen, Antworten formulieren, Prioritäten setzen, ohne je einen echten Namen zu sehen. Kommt die Antwort zurück, werden die Platzhalter im eigenen System wieder eingesetzt. Der Kunde bekommt eine persönliche Antwort; das Modell hat nie erfahren, wer er ist.
Erkannt und ersetzt werden bei uns Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, IBAN, Kontrollschilder und AHV-Nummern — in Deutsch, Französisch und Italienisch, weil Schweizer Betriebe in allen drei Sprachen Kunden haben.
Warum es kein Schalter ist
Maskierung, die man einschalten kann, kann man auch ausschalten — versehentlich, aus Bequemlichkeit, durch ein Update. Deshalb sitzt sie bei uns an der einzigen Stelle, an der Text das System verlässt, und ist nicht abschaltbar. Jede Anfrage protokolliert, wie viele Werte ersetzt wurden; die Zahl sehen Sie in Ihrem Cockpit. Der Text selbst wird nicht gespeichert.
